fit und munter - Spezialangebot für Pflege in Berlin: PflegekompetenzCenter Kein HANDICAP

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Spezialangebot für Pflege in Berlin: PflegekompetenzCenter Kein HANDICAP

Gebärdensprache und Blindenschrift sind für Birgit Knebel und Steffi Reimann selbstverständlich im Umgang mit ihren Pflegekunden und Mitarbeitern.
Berlin. Keiner ist gerne krank, denn Pflegebedürftigkeit macht hilflos. Weil man vieles nicht selbst tun kann, muss man dann eigene Bedürfnisse und Wünsche denen vermitteln, die helfen und pflegen. Wer das nicht kann, weil er Seh-, Hör- oder Sprachbehinderungen hat, für den bedeutet Pflegebedürftigkeit eine Katastrophe.

Das musste die gelernte Krankenschwester Steffi Reimann feststellen, als ein solcher Fall in der eigenen Familie auftrat. Für sie und ihre Kollegin Birgit Knebel war dies der Grund, einen Pflegedienst zu gründen, der gehörlosen und blinden bzw. sehbehinderten pflegebedürftigen Menschen eine ganz besondere Form der Betreuung und Zuwendung bietet, wie sie im üblichen ambulanten Pflegealltag gar nicht umgesetzt werden kann.

Deshalb ist im Berliner PflegekompetenzCenter kein HANDICAP auch alles ein bisschen anders als in anderen ambulanten Pflegediensten: Hier können sich alle Mitarbeiter in der Deutschen Gebärdensprache (DGS) verständigen, weil sie diese entweder in Kursen erlernt haben oder weil sie selbst eine Hörbehinderung haben. Sie stellen sich auch auf die besonderen Bedürfnisse von Menschen mit einer Sehbehinderung ein: Blindenschrift zu beherrschen, gehört ebenfalls zu den Fähigkeiten der Mitarbeiter. "Ein Drittel unseres Teams lebt selbst mit einem Handicap und weiß aus eigener Erfahrung, wie sich damit der Alltag bewältigen lässt. Und ihre Kollegen/innen ohne Handicap lernen täglich von ihnen", erklärt Steffi Reimann.

Dazu gehört auch ein spezielles Verhalten, über das sich die meisten von uns keine Gedanken machen. Typische Anfängerfehler kennt Birgit Knebel: "Zum Beispiel muss man ganz schnell lernen, zu Hause bei einem sehbehinderten Pflegekunden alle Dinge sofort nach Gebrauch wieder an ihren angestammten Platz zu stellen, damit er sie findet, wenn unsere Mitarbeiterin wieder gegangen ist. Oder ganz banal, aber nicht immer einfach, wenn man jemanden pflegt oder den Haushalt versorgt: Bei der Betreuung von gehörlosen Menschen, die Lippenlesen können, darf man sich beim Sprechen niemals abwenden."

Neben der persönlichen Assistenz für Menschen mit Behinderung zu Hause und am Arbeitsplatz gehört zu den besonderen Leistungen des PflegekompetenzCenter Kein HANDICAP auch die psychogerontologischen Betreuung von Menschen mit Demenz. Denn sie verlieren im Laufe der Krankheit u.a. ihr Seh-, Hör- und Sprachvermögen. Auf den Umgang mit ihnen bereitet der Pflegedienst seine Mitarbeiter/innen ebenfalls mit speziellen Fortbildungen vor. "Wir arbeiten nach dem psychobiographischen Pflege- und Betreuungsmodell von Professor Erwin Böhm. Allerdings können wir es nur deshalb so erfolgreich anwenden, weil jeder in unserem Team eine Menge Einfühlungsvermögen, Respekt, Flexibilität und Geduld mitbringt", stellt Steffi Reimann fest.

Seit die beiden Inhaberinnen für Menschen mit Seh-, Hör- oder Sprachbehinderungen ihr spezielles Pflegeangebot entwickelt haben, spüren sie aber auch einen enormen Bedarf an Beratung und Information. Deshalb bietet das PflegekompetenzCenter regelmäßige Informationsveranstaltungen und Schulungen für Angehörige und Betroffene - selbstverständlich für Gehörlose immer mit Gebärdensprache. Und auf ihrer Internetseite erhält man alle wichtigen Informationen auch per Video in Gebärdensprache.

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