fit und munter - Problemlos Wandern, Tanzen und Laufen: Individuelles Kniegelenkimplantat hilft b

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Problemlos Wandern, Tanzen und Laufen: Individuelles Kniegelenkimplantat hilft b

Neuartige Operationsmethode hilft, ohne vorhandene Knochen zu verändern

Als eine von weltweit wenigen ausgewählten Kliniken bietet das Trierer Klinikum Mutterhaus der Borromäerinnen gGmbH eine innovative Operationsmethode an. Ohne Knochenverluste wird ein Implantat minimalinvasiv eingesetzt. Die Patienten können ihr Knie bereits am Tag nach der Operation voll belasten.

„Das Modell hebe ich gut auf, denn viele wollen ja wissen, was mir so gut geholfen hat!“. Birgid Olk sitzt in ihrem Wohnzimmer und lässt das blaue Kunststoffmodell durch ihre Hände gleiten. Das identische Implantat aus Metall wurde der Apothekerin im April 2006 in der Belegabteilung Orthopädie im Klinikum Mutterhaus der Borromäerinnen von den beiden Chefärzten Dr. med. Bernhard Schmitz und Dr. med. Jochen Vogel eingesetzt. „Im Herbst 2005 erzählte mir Dr. Vogel von der neuartigen Methode und bot mir an, auch an einer Studie teilzunehmen“, erzählt die 54-jährige Frau aus Schweich an der Mosel. „Ich habe gar nicht lange überlegt, denn die Methode war mir direkt sympathisch, da an dem vorhandenen Knochen nichts verändert werden musste.“

Das individuelle Metallimplantat mit Namen iFit, welches die amerikanische Firma ConforMIS herstellt, wird wie ein Platzhalter ohne Knochenverlust in den Kniegelenkspalt eingesetzt. „In einer Untersuchung in einem Magnetresonanztomographen wird der Kniegelenkspalt mit den anatomischen Gelenkflächen des Patienten ganz genau berechnet“, erläutert Dr. Jochen Vogel. „Ein modernes CAD (Computer Aided Design) Verfahren kann aus den entstandenen Daten das dreidimensionale Modell entwickeln, nach dem das individuelle Metallimplantat beim Hersteller in den USA gefräst wird.“
Nach nur wenigen Wochen wird das Implantat an die operierende Klinik geliefert und kann minimalinvasiv eingesetzt werden. „Meine Narbe ist nur fünf Zentimeter lang und kaum noch zu sehen“, freut sich Birgid Olk. „Aber viel wichtiger ist es mir, dass ich nun wieder beweglich bin! Seit 1983, nach der Geburt meines zweiten Kindes, habe ich Knieprobleme gehabt. Zuerst konnte ich nur schlecht eine Treppe hochgehen, später dann knickte mir mein linkes Bein dauernd ein und die Kniescheibe sprang ständig unvermittelt heraus.“ Neben den starken Schmerzen litt Birgid Olk viele Jahre vor allem auch unter ihrer Unbeweglichkeit, hatte sie doch bis 1983 regelmäßig Sport getrieben, gekegelt, getanzt und ausgiebige Wandertouren unternommen. „Das war am Schluss gar nicht mehr möglich, mehr als eine halbe Stunde am Stück ging nicht mehr“, erinnert sie sich. „Ich wollte mich nicht damit abfinden, mit Anfang 50 immer weniger machen zu können. Irgendwie will man ja auch noch ein bisschen leben!“ Nach der Konsultation verschiedener Orthopäden, die Birgid Olk jahrelang vor allem mit Schmerzmitteln therapiert haben, ist sie schließlich in der Gemeinschaftspraxis Dr. Bernhard Schmitz, Dr. Jochen Vogel und PD Dr. Sebastian Fürderer über das ConforMIS Implantat informiert worden.

„Ein großer Vorteil dieser Methode ist es, dass die geschädigten Gelenkflächen nun auf den hochglanzpolierten Flächen des Implantates gleiten, anstatt wie vorher aneinander zu reiben. Dadurch, dass an den vorhandenen Knochen nichts verändert wurde, bleiben für den Patienten weitere Therapieoptionen wie z.B. Halbschlittenprothesen offen.“
Entwickelt wurde das iFit-Verfahren an der Harvard Medical School. Es ist in Europa und den USA zugelassen und wird derzeit in wenigen ausgewählten Kliniken eingesetzt. In den USA ist die Klinik mit der meisten Erfahrung das renommierte Brigham and Women’s Hospital (BWH) in Boston, in Europa sind alle Kliniken in Deutschland. Neben dem Klinikum Mutterhaus der Borromäerinnen in Trier wird das Implantat iFit unter anderem an der orthopädischen Uniklinik Regensburg in Bad Abbach und an der orthopädischen Uniklinik in Gießen eingesetzt.

„Weltweit gibt es etwas mehr als 100 Patienten, denen dieses Implantat eingesetzt wurde, davon sind 15 in Trier operiert worden“, berichtet Dr. Jochen Vogel nicht ohne Stolz. „Die Erfahrungen sind durchweg positiv. Die Patienten, für die das Implantat in Frage kommt, müssen aber auch geeignet sein. In der Voruntersuchung klären wir, ob der Bandapparat stabil ist und nur eine einseitige Schädigung des betroffenen Kniegelenks vorliegt. Denn dies verhindert ein Herausrutschen des Implantates, was ja lediglich eingelegt und nicht fixiert wird.

Für Birgid Olk war das Einlegen des Implantates wie die Rückkehr in ihr vertrautes aktives Leben. Bei Bergtouren, dem regelmäßigen Tanzen und Kegeln ist ihr Knie so belastbar wie früher. „Ich mache nun auch zweimal pro Woche Nordic Walking, das geht ohne Probleme“, freut sich die agile Apothekerin.

Weitere Informationen über das iFit Implantat und das Unternehmen ConforMIS Inc. erhalten Sie auf der Internetseite www.ConforMIS.de
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