fit und munter - Immer mehr Reiseradler legen sich hin

fit und munter

Immer mehr Reiseradler legen sich hin


Das Liegerad avanciert zum Liebling unter Radtouristen. Sie entscheiden sich immer öfter für dieses einmalige Radreiseerlebnis, denn Liegeräder sind schnell und gleichermaßen bequem. Sie bieten zusätzlich eine rollende Panorama-Perspektive.

[pd-f]Radreisen liegen im Trend. Immer mehr Deutsche verbringen die schönsten Tage des Jahres im Fahrradsattel und mancher steigt sogar auf den Fahrradsitz um. Denn Liegeräder haben keinen Sattel, sondern einen bequemen, weil großflächigen Sitz. Das ist aber, laut Gunnar Fehlau, Autor des Standardwerks "Das Liegerad" und Leiter des pressedienst-fahrrad, nicht der einzige Reiz des Liegerades. Insbesondere das Liegedreirad verkörpert das Idealbild eines Reisegefährts: Es erlaubt hohe Zuladung, fährt auch bei geringsten Geschwindigkeiten sicher und spurtreu und gleitet Dank guter Windschnittigkeit zügig und mit viel Fahrspaß dahin. "Bei dieser Radgattung finden Aerodynamik und Komfort perfekt zusammen", so Fehlau.

Eine entspannte Haltung
Die flache, entspannt zurückgelehnte Sitzposition bietet geringere Angriffsflächen für den Wind, die großflächigen Sitze sorgen für beschwerdefreies Radeln. Ergonomische, vielfach verstellbare Schalensitze entlasten Gesäß und Rücken und ermöglichen bandscheibenschonendes Radfahren. Ein verspannter Nacken oder schmerzende Handgelenke gehören bei dieser Sitzposition der Vergangenheit an. Vor allem männliche Radler klagen beim klassischen Radfahren nicht selten über genitale Taubheitsgefühle. Oft kann hier der richtige Sattel Abhilfe schaffen. Beim Liegerad hingegen sind solche Beschwerden nahezu ausgeschlossen, das belegen medizinische Studien: Man sitzt im Liegeradsitz nicht auf dem Damm sondern großflächig auf dem Po und ist so quasi mit dem Komfort des heimischen Fernsehsessels unterwegs.

Auch Tilmann Waldthaler reist im Liegen
Moderne Liegeräder, vor allem Liegedreiräder, erlauben eine höhere Zuladung. Beispielhaft ist das mehrfach ausgezeichnete "Scorpion" (ab 2.490 Euro) der Liegeradspezialisten von HP Velotechnik (www.hpvelotechnik.com). Der Hersteller bescheinigt seinem Gefährt eine sichere Straßenlage, die zu einer ruhigen Fahrt und sicherem Manövrieren auch bei niedrigen Geschwindigkeiten, etwa in der Stadt oder bei Passfahrten, also in typischen Radreisesituationen, verhilft. Die Vorteile werden auch von Tilmann Waldthaler, einem der berühmtesten Radreisenden unserer Zeit, bestätigt: "Das Liegedreirad ist für mich das optimale Rad um Reiseregionen visuell zu erleben. Auch bekommt man auf dem Liegerad wirklich reichlich Gepäck unter. Im Gegensatz zum Aufrechtradeln, kann man im Sessel des Liegerads hohe Geschwindigkeiten mit beeindruckenden Rundumblick verbinden" erklärt Waldthaler, der während seiner aktuellen Reise vom Nordkap nach Neuseeland Deutschland auf dem Tourentrike "Scorpion" durchqueren wird.

Von wegen Garagenhersteller
Die Sorge, dass man beim Liegerad auf kleine Garagenhersteller angewiesen ist, ist indes unbegründet. Die Firma HP Velotechnik wurde für die herausragende Produktqualität und den individuellen Kundenservice mehrfach als bester Fahrradhersteller Deutschlands vom Branchenverband VSF ausgezeichnet.
Auch beim Stand der Radtechnik gibt es keine Unterschiede zum klassischen Pendant. Scheibenbremsen, voll gefederte Fahrwerke, leichte Komponenten finden sich auch am Liegerad. Selbst mit E-Motor-Unterstützung kann man beispielsweise das "Scorpion" von HP-Velotechnik bekommen. Für die einfache Mitnahme im Zug bietet der selbe Hersteller mit dem "Grashopper fx" (ab 2.190 Euro) sogar ein kompaktes, faltbares Liegerad an.

Genaue Justage bringt Komfort
Auch wenn sich immer mehr Reisende für die "liegende" Radlposition entscheiden, auffallen tun sie noch immer. Wer sich an neugierigen Blicken seiner Mitmenschen nicht stört, diese besondere Auffälligkeit im Straßenverkehr sogar schätzt und die genannten Vorteile erfahren will, der ist mit dieser Gattung gut beraten. Wichtig ist, dass das Rad richtig auf die Körperlänge eingestellt ist. "Anders als beim herkömmlichen Rad, auf dessen Sattel man Ausweichbewegungen machen kann, pedalieren die Beine beim Liegerad exakt definiert", weiß Fehlau. "Ist der Abstand zu gering, schmerzt das Knie; ist der Abstand zu groß, verlieren Rücken oder Becken den Kontakt zum Sitz", erklärt Fehlau, der selbst acht Wochen mit dem Liegerad Schottland und Irland entdeckte, weiter.
Viele Liegeräder lassen sich daher fast wie ein Maßanzug an den Körper anpassen. Dass es reichlich Möglichkeiten zur Anpassung gibt, zeigt das Sesselrad "Phoenix" von Utopia (ab 2.675 Euro, www.utopia-velo.de). Man kann es exakt auf die Körpergröße abstimmen, sogar die Spannung der Rückenlehne kann verändert werden. Sesselräder stehen nach Fehlaus Meinung zwischen dem konventionellen Rad und dem Liegerad: "Sie bieten eine im Vergleich zu anderen Liegerädern relativ hohe Sitzposition, die mehr Übersicht im Straßenverkehr vermittelt."

Kurze Gewöhnungsphase
Dennoch bedarf es einer gewissen Eingewöhnungszeit beim Wechsel aufs Liegerad. "Die Beinmuskulatur muss sich über etwa 500 bis 1.000 Kilometer an die Liegeradposition gewöhnen. Bei Liegerädern mit sehr flachen Sitzwinkeln muss sich auch der Nacken an die veränderte Kopfhaltung anpassen", weiß Waldthaler. Hier helfen Kopfstützen, die bei modernen Liegerädern mit flachem Sitzwinkel entweder serienmäßig oder nachrüstbar sind.
Hat sich der Körper auf die veränderte Haltung eingestellt, sorgt Liegeradfahren für ein einmaliges Radreiseerlebnis. Mit lässig hochgelegten Beinen reist man bequem und zügig, zudem entgeht einem nichts ... und dafür geht man schließlich auf Reisen.
Login
Einstellungen

Druckbare Version

Artikel Bewertung
Ergebnis: 0
Stimmen: 0

Bitte nehmen Sie sich die Zeit und bewerten diesen Artikel
Excellent
Sehr gut
Gut
Okay
Schlecht

Verwandte Links
Linkempfehlung

Diesen Artikel weiter empfehlen: