fit und munter - Erinnerungsarbeit in der pflegerischen Betreuung

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Erinnerungsarbeit in der pflegerischen Betreuung

Die Persönlichkeit und das Verhalten eines Menschen werden maßgeblich von seinem reichhaltigen, individuellen Erinnerungsschatz bestimmt. Geht die Verbindung zur erinnerten Vergangenheit durch eine Demenz verloren, fördert eine wirkungsvolle Erinnerungsarbeit und Individualität.
Die Euskirchener Tagespflege Wohlfühlen Plus engagiert sich seit vielen Jahren für die besonderen Bedürfnisse von demenzerkrankten Menschen. Zu den speziellen Herausforderungen im Umgang mit diesem Patientenkreis gehört für sie ein individuelles Training der Erinnerungsfähigkeit.

Mit der professionellen Erinnerungsarbeit werden das Selbstbewusstsein der Betroffenen gesteigert, ihre vorhandenen Fähigkeiten erhalten und vergessene Fertigkeiten reaktiviert. Der einzigartigen Individualität eines Menschen tut die Demenz auch dann keinen Abbruch, wenn sie zur Veränderung von Charakterzügen oder dem Vergessen alltäglicher Verrichtungen führt. Die Erinnerungsarbeit trägt dementsprechend in menschenwürdiger Weise dazu bei, den Erkrankten Achtung und Respekt zu vermitteln.

Die Erinnerungsarbeit für Demenzkranke geht von der Tatsache aus, dass Erinnerungen im menschlichen Hirn verankert bleiben, sobald sie in das Langzeitgedächtnis aufgenommen wurden. Die hierfür aufgebauten neuronalen Verbindungen sind, sofern kein physischer Schaden eintritt, permanenter Natur. Tritt eine Demenz auf, wird der Zugriff auf die „vergessenen“ Erinnerungen blockiert. Diese Blockade kann durch individuell wirksame Auslöser (trigger) aufgelöst oder doch zumindest gelockert werden. Die Bandbreite möglicher Erinnerungsauslöser ist sehr groß. Praktisch alle Sinneswahrnehmungen sind in der Lage, verborgene Erinnerungen und Fähigkeiten wieder wachzurufen.

Für die systematische Erinnerungsarbeit, wie sie bei Wohlfühlen Plus eingesetzt wird, hat sich das Zusammenstellen einer sogenannten Erinnerungskiste bewährt. Hierbei werden materielle Gegenstände, die der Betroffene mit seiner Vergangenheit assoziiert, zusammengestellt. Je nach individueller Lebensgeschichte kann es sich um verschiedenste Fotos oder Erinnerungsstücke handeln. Vom speziell geschulten Pflegepersonal wird nun ein Dialog zu diesen Auslösern gestartet, der dazu führt, dass Erinnerungen durch Kommunikation und sinnliches Erleben wieder in das aktive Bewusstsein des Erkrankten gelangen.

Die Wiedererlangung verlorener Erinnerungen entfaltet positive Auswirkungen auf die Psyche des Demenzerkrankten. Auch seine praktische Lebensführung kann profitieren, indem verschiedene alltägliche Fähigkeiten reaktiviert werden.

Die Erinnerungsarbeit ist ein wichtiger Bestandteil der Betreuung an Demenz erkrankter Menschen. Weitere Fragen zu diesem Themengebiet beantwortet die Euskirchener Tagespflege Wohlfühlen Plus jederzeit gerne.
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