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Gesundheitswesen - Medizin: "Alles laut oder was?" - Warum Stille und Ruhe nicht nur am "Tag gegen Lärm" am 24. April wichtig ist! (AUDIO)

Geschrieben am Dienstag, 16. April 2019 von Administrator

ots schreibt "


Anmoderationsvorschlag:

Zuhause donnern Autos, LKW und Züge vorbei oder Flugzeuge übers
Dach und die Nachbarn nerven mit dem Rasenmäher oder dem Laubbläser:
Lärm ist heutzutage praktisch überall, rund um die Uhr, in der Stadt
und auf dem Land. Wie viele Menschen das hierzulande betrifft,
welcher Lärm sie besonders nervt und warum man da unbedingt
gegensteuern muss, verrät Ihnen (vorm / am / zum Tag gegen Lärm am
24. April) Matthias Hintzsche vom Umweltbundesamt, hallo.

Begrüßung: "Hallo, guten Tag!"

1. Herr Hintzsche, wie ist Lärm eigentlich genau definiert? O-Ton
1 (Matthias Hintzsche, 19 Sek.): "Der Schriftsteller Kurt Tucholsky
hat das mal sehr treffend beschrieben: ''Der eigene Hund macht keinen
Lärm, der bellt nur''. Lärm ist also ganz allgemein unerwünschter
Schall. Alle Geräusche, die zu Störungen, Belästigungen oder Schäden
führen können, sind also Lärm. Lärm ist damit zum großen Teil auch
sehr subjektiv geprägt, es kommt immer auf die typische Situation
dann vor Ort an."

2. Welcher Lärm stört die Menschen hierzulande besonders und wie
viele sind davon betroffen?

O-Ton 2 (Matthias Hintzsche, 29 Sek.): "Die Ergebnisse unserer
regelmäßig durchgeführten, repräsentativen Umfragen zeigen, dass kaum
ein Mensch in Deutschland von Lärm verschont wird. Lärmquelle Nummer
eins ist dabei der Verkehr, hier insbesondere der Straßenverkehr.
Drei Viertel der Bürgerinnen und Bürger fühlen sich in ihrem
Wohnumfeld dadurch gestört oder belästigt. Verkehrslärmquelle Nummer
zwei ist beispielsweise der Fluglärm, gefolgt vom
Schienenverkehrslärm. Aber auch die Geräusche der Nachbarn zählen zu
den bedeutenden Ursachen der Lärmbelästigung. Rund 60 Prozent der
deutschen Bevölkerung fühlen sich durch ihre Nachbarschaft gestört."

3. Man hört ja immer, zu viel Lärm macht krank. Was ist da dran?

O-Ton 3 (Matthias Hintzsche, 22 Sek.): "Das ist richtig! Lärm
stört nicht nur, Lärm kann auch krank machen. Bei Lärmbelastung wird
der Körper in einen Alarmzustand versetzt und schüttet Stresshormone
aus. Wenn der Körper nicht mehr zur Ruhe kommt, wird Stress dann
chronisch. Ständige Stressbelastung kann dann das Immunsystem
schwächen, den Blutdruck erhöhen und das Risiko für Herzerkrankungen
steigt an. Auch Schlafstörungen und Depressionen werden
beispielsweise mit dauerhafter Lärmbelastung in Verbindung gebracht."

4. Was wird auf der politischen Ebene gegen diesen
gesundheitsschädlichen Lärm unternommen?

O-Ton 4 (Matthias Hintzsche, 20 Sek.): "Lärmminderung ist in
Deutschland seit langer Zeit ein sehr wichtiges Thema. Wir haben
verschiedene Regelungen seit den 60er und 70er Jahren. Auch die
Europäische Union hat erkannt, dass hohe Lärmbelastungen ein
wichtiges Problem sind. Deswegen hat sie die Europäische
Umgebungslärmrichtlinie verabschiedet. Diese Richtlinie verpflichtet
die Mitgliedsstaaten, die Lärmbelastung der Bevölkerung regelmäßig zu
erheben und zu überprüfen."

5. Und was passiert dann mit den erhobenen Daten?

O-Ton 5 (Matthias Hintzsche, 26 Sek.): "Die Daten dienen einmal
auf europäischer Ebene dazu, um über leisere Fahrzeuge und leisere
Züge zu entscheiden. Die Lärmkarten sind aber auch für die deutschen
Kommunen immens wichtig. Denn die sollen mit Hilfe sogenannter
Lärmaktionspläne über konkrete Maßnahmen zur Lärmminderung vor Ort
entscheiden und diese auch umsetzen. So geht es beispielsweise darum,
über Tempo 30 zu entscheiden oder den Einbau lärmmindernder
Fahrbahnbeläge. Das Umweltbundesamt unterstützt die Kommunen bei
dieser Aufgabe mit verschiedenen Arbeitshilfen."

6. Wer jetzt persönlich etwas für seine Gesundheit und die seiner
Mitmenschen tun will: Wie kann man unnötigen Lärm vermeiden?

O-Ton 6 (Matthias Hintzsche, 21 Sek.): "Also man sollte zuerst
sein eigenes Verhalten kritisch hinterfragen. Ist es beispielsweise
möglich, den Laubsauger stehen zu lassen und zur Harke zu greifen.
Oder beispielsweise auch Tempo 30 zu fahren, wenn da steht Tempo 30
aus Lärmschutzgründen. Vielleicht einfach auch mal das Auto stehen
lassen und zum Einkaufen das Fahrrad nehmen. Denn wir dürfen nicht
vergessen, wir sind alle Lärmbetroffene natürlich, aber auch alle
Lärmverursacher."

Matthias Hintzsche vom Umweltbundesamt über gesundheitsschädlichen
Lärm und was dagegen getan wird. Danke Ihnen für das Gespräch!

Verabschiedung: "Sehr gern!"

Abmoderationsvorschlag: Mehr Infos zum Thema "Lärm und
Lärmminderung" gibt''s im Internet unter Umweltbundesamt.de/Laerm.



Pressekontakt:
Felix Poetschke
Pressesprecher

Referat "Presse- und
Öffentlichkeitsarbeit, Internet"

Umweltbundesamt
Wörlitzer Platz 1
06844 Dessau-Roßlau

Telefon: +49 (0)340 2103 2675
felix.poetschke@uba.de

Original-Content von: UBA - Umweltbundesamt, übermittelt durch news aktuell



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